Turbo FLR

Specialized Turbo FLR - 1000km Review

Ein E-Bike im Alltag

Was macht man, wenn man frischgebackener Eigentümer eines Zweiradfachgeschäftes ist. Na klar, man macht sich intensive Gedanke über sein neues Dienstvehikel, ist doch logisch. Und wer vermutet, dass ich diese Situation als ehemaliger Porsche-Verkäufer mit einem sehr, sehr verständnisvollen Chef doch schon kennen müsste, der irrt. Da stellt sich irgendwann nur noch die Frage ob´s das nächste Mal ein Cabriolet oder ein Coupé wird. Das dass Heck die Zahl 911 trägt ist eh klar.

 

Dieses Mal war´s ungleich schwieriger. Während Sepp zum potenten S-Works Enduro greift, Clemens zum ultraleichten S-Works Stumpjumper Hardtail und Alex zur Crossmaschine Crux, habe ich Rat bei unserem Gebietsleiter Udo gesucht. Und der sagt “Turbo FLR”. Aber STOP, wie bitte? Ein E-Bike? Ich bin 36 und halte mich für konditionell durchaus fit, da kann ich doch lieber zum Crossover greifen und damit commuten oder den Kinderhänger ziehen. Eine Testfahrt später wurde es, wie nicht anders zu erwarten, ein Specialized Turbo FLR. Ein E-Bike mit Fender-Light-Rack, also Schutzblech, Licht und Gepäckträger.
Und heute, knapp 1000km später, beglückwünsche ich mich zu dieser Entscheidung. Ich bin selbst im Hochsommer die 20km in den Shop geradelt ohne danach verdächtige Flecken unter den Achseln zu haben. Dabei war ich je nach Tempo und Tageszeit nur 15min langsamer als mit dem Auto, aber ungleich zufriedener und entspannter. Was weniger am Auto als mehr an der frischen Luft und der Bewegung liegt. Ich habe meine Tochter in Ihrem Kinderanhänger zu den Spielplätzen unserer Region chauffiert und dabei schätzen gelernt, dass nur einen Daumendruck später von 30% auf 100% Akku-Support umgeschaltet ist, wenn´s steil bergan geht. Ansonsten rollt das “Gespann” nämlich in der leichteren Unterstützung schon zügig und kräfteschonend dahin.  Und als kleines Highlight haben wir dann auch unseren Sommerurlaub auf einer italienischen Insel verbracht und dank Turbo & Kinderhänger elf autofreie Tage erlebt. Da wird jede Spritztour zum Abendessen oder an den Strand zum Frischluft-Ausflug für die ganze Family.
Ein paar harte Fakten noch aus dem Testalltag: Bei meinem Fahrergewicht von knapp 95kg + Satteltasche mit MacBook, Regenjacke sowie diversem Kleinzeug und der Topographie der Region zwischen Rosenheim, Bad AIbling, Tuntenhausen und Glonn, komme ich bei konsequenter Ausnutzung der vollen Leistung auf 40.6km und habe dann noch 35% Ladung im Akku.  Fahre ich Magdalena mit dem Kinderhänger spazieren und habe Sandspielzeug, Wechselklamotten, Wickeltasche und Verpflegung an Bord ( 30kg ), so komme ich 50km weit wenn ich hauptsächlich die 30% Unterstützung wähle und die volle Leistung für Anstiege, Ampelstarts und Schotterwege im Maxlrainer Forst verwende.
Alles in Allem kann ich mich nach 6 Monaten einen begeisterten E-Bike-Anwender nennen. Ich bin dank des Turbo sicher einmal mehr mit dem Rad in die Arbeit gefahren als ich es mit einem normalen Trekkingbike gemacht hätte, weil es komfortabel und einfach geht. Gleiches gilt für die Ausflüge zum Spielplatz. Und dabei ist das eigentliche Radfahren nicht zu kurz gekommen, denn das Turbo sieht weder aus wie ein typische E-Bike, noch fühlt es sich so an. Wer es noch nicht ausprobiert hat, fühle sich gerne eingeladen dies bei uns nachzuholen. Vielleicht begeistert auch Dich das Gefühl den eigenen Krafteinsatz von seinem Rad mit zusätzlicher Leistung und Speed vergütet zu bekommen, ganz nach dem Motto “It´s only you - but faster".


Gruß, Sebastian

P. S. Wer, wie ich, sich über gute Beratung und einen netten Kontakt freut, dem sei beim Kinderhängerkauf der Martin Fernengel von www.fernengel.de wärmstens empfohlen