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Lago d’Idro - Trailsurfing im sonnigen Schatten des Gardasees

Das MTB-Eldorado mit Underdog-Charakter lockt mit ungeahntem Trailpotential und echtem Italiano Flair.

 

Anfahrt

  • Mit dem Auto ca. 5 h (Rosenheim - Brenner - Trient - Idrosee)

Unterkunft

  • In der Nebensaison finden sich rund um den Idrosee einige preiswerte Hotels, Hostels und Air-BNB's. Camping ist hier nur in den warmen Jahreszeiten zu empfehlen.

Beste Reisezeit

  • Der Idrosee ist dank seiner Lage im Allgemeinen weniger von Touristen frequentiert als es bei seinem großen Bruder weiter östlich der Fall ist.
  • Von Oktober bis März ist es in der Region sehr ruhig und auch Hin- und Rückfahrt gestalten sich stressfrei.
  • In schneearmen Wintern ist die Gegend durchaus eine Alternative zu Finale Ligure, sofern man auf die Shuttle Unterstützung verzichten kann. Dafür im Voraus aber unbedingt die Webcams checken!

 

Insgesamt waren wir vier Tage am Lago d’Idro. Nachfolgend möchten wir fünf besonders lohnende Trails herausgreifen und euch diese vorstellen.

 

 

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Cima Ora - Anfo:

Motivation

Du bikest nach dem Motto „dolce vita“ und hast dabei gerne das entsprechende Panorama? Dann solltest du diese Tagestour nicht auslassen! Hier trifft eine Vielzahl an Trailcharakteristika auf lückenloses Bergpanorama. Packt also genug Fuji-Filme ein!

Uphill

Vom Ausgangspunkt bei Anfo geht es ca. 1100 Hm über geteerte, aber schmale Serpentinen bis zum Gipfel des Cima Ora. Lediglich die letzten knapp 100 Hm verlaufen über Schotterwege bis man die alte Bunkeranlage aus den Grenzkriegen des ersten Weltkriegs zwischen Italien und Österreich erreicht.

Downhill

Bei dieser Abfahrt geht es die ersten 50-100 Hm mit nicht zu unterschätzenden, schroffen seitlichen Abgründen am Hang entlang. Wer nicht schwindelfrei ist, sollte diesen Teil am besten schieben. Im Anschluss an steiles und steiniges Gelände (S3+), werdet ihr mit einem einzigartigen Ritt über den Kamm des Monte Breta, des Piana di Bandi sowie des Monte de Suello belohnt. Diese Berg- und Talfahrt über laubige Waldtrails auf S2+ Niveau beginnt auf 1450 m und endet auf 670 m. Kurz vor dem Porticio di Monte Suello müsst ihr einer scharfen Kehre nach Süden folgen. Ab hier folgt eine S1+ Highspeed-Bahn, die euch mit verspielten Kurven, sanfter Hangneigung und einer Garantie zum Jubeln zurück zum See führt. Auf der Teerstraße angekommen (ACHTUNG: vielbefahrene Straße) geht es wenige Meter Richtung Süden zurück zum Ausgangpunkt der Tour.

 

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Monte Censo - Anfo:

Motivation

Der Monte Censo lockt mit einer entspannten Auffahrt, einem atemberaubendem Rundumblick am Gipfel und purem Italo-Flair auf der Abfahrt. Wem der Umfang dieser Tour zu gering ausfällt, dem wird mit der Tour zum Cima Ora eine optimale Kombinationsmöglichkeit zum warm fahren geboten.

Uphill

Vom Ausgangspunkt bei Anfo geht es ca. 450 Hm über geteerte aber schmale Serpentinen aufwärts, bis rechterhand der Uphillpfad Richtung Gipfel abzweigt. 50 Hm fahrbarer Uphilltrail von dem nur das letzte Stück zum Gipfel geschoben werden muss. Der Wanderpfad biegt kurz vor dem Ziel um eine Felskante, wodurch die einzigartige Sicht auf das Gipfelkreuz und den gesamten Idrosee freigegeben wird.

Downhill

Der Track verkörpert bei der Höhenmeter-Verbrennung die gesamte Charakteristik des Idrosee-Geländes. Der Untergrund besteht aus losem und grobem Gestein. Die Richtung wird durch anspruchsvolle Spitzkehren in vorrangig steilem Gelände mehrmals gewechselt, während man nur selten auf den Seeblick und das umliegende Gebirgspanorama verzichten muss.

 

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Monte Stino - Vantone:

Motivation

Wer sich in den Bayrischen- und Tiroler Alpen gerne anspruchsvollen Spitzkehren widmet, findet in der Monte Stino-Abfahrt höchstwahrscheinlich seinen/ihren Meister. Auch deine Spezl mussten sich bei den ersten Kehren der Abfahrt geschlagen geben. Echtes Expertenlevel!

Uphill

Wir starten auf der Via Vantone nahe der Azur Sportcamping Anlage. Für die folgenden 150 Hm S2-Uphilltrail solltet ihr euch nicht zu warm einpacken. Wer hier die Füße auf den Pedalen lässt, hat sich das Feierabendbier redlich verdient! Der Verbinder führt auf die kreuzende Serpentinenstraße, die euch dann 400 Hm rauf nach Capovalle leitet. Von dort geht es teils über Teer, teils über geschotterte Straßen bis zum Rifugio Monte Stino. Einzigartige Aussichten in alle Himmelsrichtungen und gemütliche Pausenbänke warten hier auf euch!

Downhill

Das Idyll der Gipfelplattform trügt, denn die bevorstehende Abfahrt hält einige Überraschungen bereit. Lasst ihr die Treppe vom Gipfelplateau zum Traileinstieg aus, ist die einzige Chance auf ein Warm-Up vergeben. Denn von dort an heißt es die nächsten 6 Spitzkehren “ride or walk“. Hier ist eine Klassifizierung von S4 anzusetzen, weswegen ausschließlich Spitzkehren-Experten diese ersten Richtungswechsel gefallen werden. Ist der erste Schreck verkraftet, flowt der berüchtigte Spitzkehren Trail die nächsten 130 Kurven mit S2+ Niveau auf schottrigem Untergrund bergab Richtung Vesta. Der Großteil dieser Kehren ist ohne Hinterrad-Umsetzen zu schaffen. Ab dem Trailende sind die letzten Meter zum Ausgangspunkt entlang des Sees per Teerstraße zurückzulegen. Deine Spezl empfehlen dir hierzu an Radbeleuchtung zu denken, da zwei unbeleuchtete Tunnel passiert werden müssen.

 

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Monte Camisino - Vantone:

Motivation

Eine super Ergänzung für alle Trailhungrigen da draußen. In Kombination mit einem Abstecher zum Monte Stino ist hier Radl-Glück pur geboten. Aber auch in der Solo-Version macht der Capovalle-Trail mit einem Mix aus Flow und Spitzkehren eine super Figur!

Uphill

Für die ersten 150 Hm S2-Uphilltrail solltet ihr euch nicht zu warm einpacken. Wer hier die Füße auf den Pedalen lässt, hat sich das Feierabendbier redlich verdient! Der Verbinder führt auf die kreuzende Serpentinenstraße, die euch dann 400 Hm rauf nach Capovalle leitet. Von dort biegt links die geteerte Dorfstraße namens Località Croce ab, welcher ihr nochmal bis auf 950 m folgt.

Downhill

Ab dem Pausenplatz führt ein Feldweg-Verbinder zur Abfahrt über den Monte Camisino. Technische Spitzkehren mit großen Felsformationen, wellige Waldböden und eine beeindruckende Flora geben sich hier die Klinke in die Hand. Daher wechselt auch die Schwierigkeit der Abfahrt pausenlos zwischen S2 Flow und technischen S3 Passagen wie der Spielball bei einem Ping-Pong-Match die Richtung. Ein Trail genau nach dem Geschmack deiner Spezl!

 

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Monte Calva + Vesta DH - Baitoni:

Motivation

Wer sich auf dieses Tiefenmeter-Fest einlässt, sollte vor allem für die zweite Abfahrt dieser Tour im S3er-Bereich Souveränität ausstrahlen. Für alle die trotz Downhill-Charakter solide im Sattel sitzen, verkörpert diese Tour den gebührenden Abschluss für einen Bike-Trip zum Idrosee.

Uphill I

Als Startplatz für diese Tour bietet sich der Parkplatz beim Campingplatz Miralago an. Hier beginnt die Auffahrt über 650 Hm auf einer geteerten Serpentinenstraße bis zum Ausgangspunkt des Trails. Achtet während des geteerten Teils der Auffahrt eng am Straßenrand zu bleiben, da PKWs und Motorräder hier schnell unterwegs sind und Radfahrer teilweise erst spät gesehen werden. Nach den ersten 200 Hm zweigt rechterhand eine Forststraße ab, der in Serpentinen weiter bis zum Traileinstieg zu folgen ist.

Downhill I

Wer glaubt die Herbstabfahrten im bayrischen Wald sind laubintensiv, wird hier definitiv eines Besseren belehrt. Der S2-Trail schlängelt sich über weichen Waldboden und grobe Steine. Die mindestens 20 cm dicke Laubdecke erinnert an eine Powderabfahrt und erzeugt richtig Laune. Ausnahmsweise ist hier Sliden statt Bremsen beim Richtungswechsel das Mittel der Wahl, da der lose Untergrund kaum Verzögerung generiert. Der Trail spuckt euch an der Teerstraße aus, die auf der Ost-Seite des Lago d’Idro Richtung Süden führt.

Uphill II

Wer noch nicht genug hat, kann in Vantone wieder die Auffahrt bis Capovalle nehmen. Vor dem Pausenplatz am Traileinstieg fordert noch ein kurzer aber steiler Schotteruphill euren Wadenschmalz. Die gigantische Weitsicht belohnt vom Brotzeitbankerl aus für die Mühen!

Downhill II

Auf dem Trail selbst gilt: S3, steil, lose, nur für Könner! Blockierte Hinterräder lassen sich leider kaum vermeiden, weshalb vereinzelt tiefe Furchen in die Abfahrt gegraben wurden. Eine souveräne Bikebeherrschung im S3-Bereich und eine gesunde Risikobereitschaft sind hier von Vorteil. Der Rücktransfer zum Parkplatz verläuft über einen Pfad oberhalb des Klettersteigs auf ca. 50-100 Hm am Ostufer über dem See. Mit Schwindelfreiheit hat man hier auch neben gespannten Stahlseilen Spaß auf dem Rad. Der Weg ist prinzipiell zu 100% fahrbar, verzeiht aber keine Fahrfehler. Schätzt eure Fähigkeiten also realistisch ein, solltet ihr diese Route wählen.

 

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Nützliche Links:

 

Die Beachtung der DIMB-Trailrules sollte für alle Biker selbstverständlich sein!

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